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2016/2017 zeigte sich das Engagement des BLW bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) namentlich an zwei Grossanlässen: der 40. Konferenz der FAO vom 3. bis 8. Juli 2017 und der 43. Konferenz des Ausschusses für Welternährungssicherheit im Oktober 2016.

40. Konferenz der FAO vom 3. bis 8. Juli 2017

Das Schwerpunktthema der Konferenz des höchsten Organs der FAO lautete «Klimawandel, Landwirtschaft, Ernährungssicherheit». Es wurde betont, dass die Landwirtschaft von den Auswirkungen des Klimawandels ganz besonders betroffen sei und dadurch geschwächt würde, sie aber auch selbst Treibhausgas produziere.

Die Konferenz fand in einem schwierigen Umfeld statt: Die schweren Lebensmittelkrisen, die 2017 verschiedene Länder der Welt erschütterten, haben die Fortschritte, die in den letzten Jahren bei der Verbesserung der Ernährungssicherheit erzielt worden waren, untergraben. Die umfassende Grundlagenarbeit, die die FAO namentlich zur Stärkung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und folglich der Ernährungssicherheit unternommen hat, wurde an der Konferenz jedoch nicht infrage gestellt. Alle Stakeholder haben bekräftigt, wie wichtig die Rolle und die Aufgaben der FAO sind. Die Mitgliedstaaten begrüssten die strategische Ausrichtung der FAO, die sich in den allgemeinen Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung einreiht.

Die Schweiz betonte, wie wichtig es ist, die Landwirtschaft und die Ernährungssysteme zu überdenken, um den grossen Herausforderungen (starke Verknappung der natürlichen Ressourcen, Klimawandel, Verlust der Biodiversität usw.), mit denen sich die Landwirtschaft konfrontiert sieht, zu begegnen. Sie erinnerte daran, dass die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eine Chance darstellt, koordiniert und umfassend mit den verschiedenen Partnern zusammenzuarbeiten. Sie ermunterte die FAO, bei der Ausgestaltung von Massnahmen – insbesondere im Bereich der Tierzucht – der Anpassung an den Klimawandel und der Abschwächung von dessen Auswirkungen gleichermassen Rechnung zu tragen. Erfreut nahm sie zur Kenntnis, dass ihre Positionen in den Schlussberichten der Konferenz gut dargestellt wurden. Diese Berichte präzisieren die Rolle, die die FAO in den kommenden Jahren spielen soll, und zwar insbesondere: die Biodiversität systematisch in die Landwirtschaft integrieren, die Nachhaltigkeit der Tierzucht fördern, die Beteiligung der Landwirtschaft an den Ökosystemleistungen stärken, die Landwirtschaft im Hinblick auf den Klimawandel und die Abschwächung seiner Auswirkungen anpassen und die Anstrengungen im Zusammenhang mit nachhaltigen Ernährungssystemen innerhalb des Zehnjahresrahmens für Programme zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen (10YFP) intensivieren.

43. Konferenz des Ausschusses für Welternährungssicherheit (CFS) vom 17. bis 21. Oktober 2016

Der Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) spielt eine Schlüsselrolle bei der Global Governance bezüglich Ernährungssicherheit, Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft. Er ist zudem umfassend involviert in die globalen Gespräche im Zusammenhang mit der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. An der 43. Konferenz sprachen die Stakeholder des CFS namentlich über die Entwicklung eines Mechanismus zur Überwachung der Einhaltung der politischen Empfehlungen des CFS. Es wurden politische Empfehlungen im Bereich der Nachhaltigkeit der Tierzucht sowie des Marktzugangs von Kleinunternehmen verabschiedet. Der CFS hat ausserdem die nächsten Etappen in seinen Arbeitsbereichen Ernährung und Urbanisierung und ländlicher Wandel definiert. Und schliesslich hat der CFS die ersten Punkte einer externen Evaluation zur Kenntnis genommen, die sich mit der Effektivität seiner Abläufe seit der letzten Reform im Jahr 2009 befasste.

Die Schweizer Positionen wurden in den endgültigen Beschlüssen des CFS gut abgebildet, namentlich bezüglich der Notwendigkeit, Verbindungen zu knüpfen zwischen den verschiedenen Aspekten im Zusammenhang mit der Ernährungssicherheit, der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft. Ausserdem war die Schweiz aktive und wichtige Teilnehmerin an verschiedenen Side-Events im Rahmen der 43. Konferenz des CFS.

Zusammen mit Brasilien organisierte die Schweiz ein Gespräch über den Beitrag, den die nationalen Multistakeholderkomitees leisten könnten, um den Produkten des CFS mehr Schlagkraft zu verleihen. Die Redner – Mitglieder der nationalen Komitees der Schweiz, Brasiliens, der Kapverden und Schwedens – sprachen auch über die entscheidende Rolle, die solche nationalen Komitees bei der Umsetzung der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung spielen können. Die Teilnehmer illustrierten ihre Standpunkte anhand von konkreten Beispielen von Aktionen, die auf nationaler Ebene unternommen wurden, und boten einen breit gefächerten Überblick über die Chancen, die diese Komitees bieten, um im Bereich der Ernährungssicherheit, der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft integrativ voranzukommen.

Auch auf hochrangiger Ebene war die Schweiz aktiv, und zwar an einem Forum zum Thema Urbanisierung und ländlicher Wandel, das im Rahmen der CFS-Vollversammlung stattfand. Sie berichtete über ihre Erfahrung mit reglementarischen Ansätzen zur Förderung einer nachhaltigen urbanen Entwicklung und zur Erhöhung der Chancen in ländlichen Gebieten. Sie rief dazu auf, gleichzeitig verschiedene Arten von Landwirtschaft zu entwickeln, die jede an das Umfeld und den Markt angepasst sind, um optimal auf die Herausforderungen und Chancen dieser Problematik zu reagieren.

Und schliesslich nahm die Schweiz an einer Sonderveranstaltung zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung teil. In diesem Rahmen erläuterte sie das grosse Engagement der Schweiz bei der Umsetzung der Agenda 2030, sowohl in der Schweiz als auch auf internationaler Ebene. Sie informierte die Teilnehmer über den partizipativen und integrativen Ansatz, den die Schweiz verfolgt, namentlich anhand von konkreten Beispielen von Kooperationen und Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteuren.

Michaël Würzner, BLW, Fachbereich Internationales, nachhaltige Entwicklung, Ernährungssysteme, michael.wuerzner@blw.admin.ch