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Internationale Handelspartner

Ergänzend zu den Statistiken des produktspezifischen Aussenhandels unter der Rubrik «Markt» und zur gesamten Schweizer Landwirtschaft unter der Rubrik «Aussenhandel» werden hier punktuelle Analysen des landwirtschaftlichen Aussenhandels der Schweiz vorgenommen.

Schweizer Ausfuhren im Rahmen des «Schoggigesetzes»

Das «Schoggigesetz» regelt die Ausfuhr von landwirtschaftlichen Verarbeitungsprodukten wie beispielsweise Biskuits oder Schokolade, die Grunderzeugnisse schweizerischen Ursprungs enthalten. Zu diesen Grunderzeugnissen zählten 2016 im Wesentlichen 83 000 Tonnen Kondensmilch, 11 000 Tonnen Milchpulver, 3000 Tonnen Butter und 37 000 Tonnen Weizenmehl. Mengenmässig haben sich diese Exporte von landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen schweizerischen Ursprungs zur Herstellung landwirtschaftlicher Verarbeitungsprodukte zwischen 2002 und 2016 mehr als verdoppelt (Faktor 2,20). Dieser Anstieg ist in erster Linie auf die im selben Zeitraum beobachtete Versechsfachung der Ausfuhren von Frisch- und Kondensmilch zur Herstellung von Verarbeitungsprodukten zurückzuführen.

Veredelungsverkehr

Der Veredelungsverkehr ist ein bedeutender Teil des landwirtschaftlichen Aussenhandels der Schweiz.

Der aktive Veredelungsverkehr umfasst die Einfuhr von Waren zur Bearbeitung, Verarbeitung und Ausbesserung und die anschliessende Wiederausfuhr der Veredelungsprodukte. 2016 hat die Schweiz im Rahmen des regulären aktiven Veredelungsverkehrs Agrarerzeugnisse für eine Summe von 196 Millionen Franken eingeführt. Dies entspricht 2 % der landwirtschaftlichen Gesamteinfuhr der Schweiz (11,5 Mrd. Fr.) und gegenüber 2002 einem Plus von 40 %. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Molke, Laktose, Rindfleisch ohne Knochen für die Herstellung von Bündnerfleisch sowie pflanzliche Fette und Öle. Die Wiederausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten im Rahmen dieses Verkehrs bezifferte sich auf 2786 Millionen Franken, was 29 % des landwirtschaftlichen Gesamtexports (9,5 Mrd. Fr.) entspricht. Das ist dreimal mehr als 2002. Limonaden, Zigaretten, Zubereitungen für die Ernährung von Kindern, Schokolade, Fett- oder Ölgemische (ohne Fette und Öle von der Milch) und Trockenfleisch zählten hier zu den wichtigsten Erzeugnissen. Zum regulären aktiven Veredelungsverkehr kommt der unter dem besonderen Verfahren erzielte Wert hinzu. 2016 zählten zu den in diesem Verfahren verwendeten Ausgangsmaterialien, die in den Ausfuhren von verarbeiteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen enthalten sind, beispielsweise
73 000 Tonnen Kristallzucker, 20 000 Tonnen andere Zuckerarten, 31 000 Tonnen pflanzliche Öle und Fette sowie 7000 Tonnen Hartweizengries.

Der passive Veredelungsverkehr umfasst die Bearbeitung, Verarbeitung und Ausbesserung von Waren inländischen Ursprungs ausserhalb der Schweiz und ihre anschliessende Wiedereinfuhr und Modifizierung. Der passive Verkehr fällt weniger ins Gewicht als der aktive. 2016 wurden in der Schweiz im Rahmen des passiven Veredelungsverkehrs landwirtschaftliche Ausfuhren in Höhe von 35 Millionen Franken getätigt; dies entspricht 0,4 % des landwirtschaftlichen Gesamtexports der Schweiz und gegenüber 2002 einem Plus von 88 %. Hauptsächlich wurden Weizenmehl, Rahm, Molke, Geflügel- und Schweinefleisch sowie Kartoffeln exportiert. Die Wiedereinfuhren des passiven Veredelungsverkehrs im Jahr 2016 beliefen sich auf 65 Millionen Franken bzw.
0,6 % der landwirtschaftlichen Gesamteinfuhren der Schweiz. Das ist gegenüber 2002 eine Vervielfachung um den Faktor 2,6. Brot, Rahm, Fleischzubereitungen und Kartoffelchips sind hier an erster Stelle zu nennen.

Agrarhandel der Schweiz mit China

2016 fällt die Agrarhandelsbilanz der Schweiz mit China zum ersten Mal seit mindestens 10 Jahren positiv aus. Sie beziffert sich auf 16 Millionen Franken.

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2016 stellen Nahrungszubereitungen und Schokolade zusammen 74 % der landwirtschaftlichen Gesamtexporte der Schweiz (140 Mio. Fr.) nach China dar. Der Käseexport liegt an 16. Stelle und beläuft sich auf 0,8 % der Gesamtausfuhr oder 1,1 Millionen Franken. Der starke Anstieg (Faktor 5) des Schweizer Agrarexports nach China zwischen 2006 und 2016 (+114 Mio. Fr.) ist zu 68 % auf das Plus beim Export von Nahrungszubereitungen des Typs «Baby food» (+77 Mio. Fr.) zurückzuführen. Rückstände aus der Stärkegewinnung für Futtermittel, Gemüse, getrocknete Pilze und Sojakuchen für die Tierfütterung belaufen sich 2016 insgesamt auf 36 % der Schweizer Agrareinfuhren aus China (124 Mio. Fr.).

Brexit

An der Volksabstimmung vom 23. Juni 2016 sprachen sich 51,9 % der Stimmenden in Grossbritannien und Nordirland für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union aus. Mit diesem Entscheid kommt es zu Neuverhandlungen des Völkerrechts, das den Agrarhandel namentlich zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich regelt. 2016 wies die Agrarhandelsbilanz der Schweiz und Grossbritannien einen Überschuss von 350 Millionen Franken aus. In erster Linie wurden Verarbeitungsprodukte (insbesondere Limonaden, Kaffee und Schokolade) sowie Käse und Wein aus der Schweiz exportiert. Bei den Einfuhren in die Schweiz sind vor allem Alkohol (Whisky, Gin), Nahrungszubereitungen sowie Rind- und Schaffleisch zu nennen (vgl. nachfolgende Tabelle).

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Importe und Zollansätze

2016 wurde wertmässig die Hälfte der Schweizer Agrarimporte zollfrei eingeführt, dies hauptsächlich auf Basis des Nullzollansatzes gegenüber sämtlichen WTO-Mitgliedern oder des Präferenzzollansatzes gegenüber der EU. Zweitrangig wurde die Zollfreiheit im Rahmen der Zollerleichterung für besondere Verwendungszwecke von Importware und für den Veredelungsverkehr eingeführt. Der durchschnittliche am Importwert gewichtete Bruttozollansatz belief sich für die Gesamtheit der importierten Agrarprodukte auf 6 % des Importwerts. Dieser relativ tiefe Durchschnittsansatz liegt auch darin begründet, dass die Einfuhren zum Kontingentszollansatz getätigt werden können, der definitionsgemäss unter dem Ausserkontingentszollansatz liegt.

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Länderinformationen

Statistiken zu über 50 Handelspartnern, darunter diejenigen, mit denen die Schweiz zurzeit ein Freihandelsabkommen verhandelt, können unter diesem Link eingesehen werden. Diese Statistiken umfassen allgemeine wirtschaftliche Indikatoren, Indikationen landwirtschaftlicher Produzentenpreise, Angaben zum landwirtschaftlichen Aussenhandel, die Liste der Haupthandelspartner und die Zolltarife.

Jean Girardin, BLW, Fachbereich Handelsbeziehungen, jean.girardin@blw.admin.ch