Zurück


Ziel der Massnahme

Mit diesem Instrument kann die landschaftliche Vielfalt der Schweiz gezielt gefördert werden. Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) werden auf der Grundlage von Projekten ausgerichtet. Die Kantone haben dabei Spielraum für die Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse.

Generelle Informationen zu den Landschaftsqualitätsbeiträgen finden sich unter Landschaftsqualitätsbeiträge.
Die Finanzmittel des Bundes wurden nach Massgabe der LN (Fr. 120.– pro ha) und des Normalbesatzes (Fr. 80.– pro NST) plafoniert und auf die Kantone anteilsmässig aufgeteilt. Damit wird der Mittelbedarf für die LQ-Projekte auf die in der Botschaft des Bundesrates zur AP 14 – 17 kommunizierten Ausgaben begrenzt.

Für die Erarbeitung von LQ-Projekten finden sich nützliche Infos auf der BLW-Website.

Finanzielle Mittel und statistische Kennzahlen 2016

Im Jahr 2016 bewilligte das BLW 24 neue LQ-Projekte. Zusammen mit den 2014 und 2015 bewilligten Projekten sind damit nun insgesamt 132 Projekte in Umsetzung. Von Seiten Bund werden dafür total 142 Millionen Franken aufgewendet. In allen Kantonen können sich die Betriebe beteiligen, da seit 2015 in jedem Kanton mindestens ein LQ-Projekt vorhanden ist.

Zoom: ab17_politik_direktzahlung_grafik_lq_projekte_d.png

Folgende Tabelle dient als Legende zur obenstehenden Grafik:

Folgender Link führt zu einer Überblickstabelle über alle nachfolgend erläuterten Daten zu den Landschaftsqualitätsprojekten.

Landschaftsqualitätsbeiträge nach Regionen 2016

35 018 Ganzjahresbetriebe und 4228 Sömmerungsbetriebe haben seit 2014 eine Vereinbarung für LQ-Massnahmen abgeschlossen. Das sind 76 % bzw. 62 % der Betriebe in der Schweiz. Der Bund richtete den teilnehmenden Betrieben für die umgesetzten Massnahmen durchschnittlich 3613 Franken pro Betrieb und 147 Franken pro Hektare LN aus. Die Beiträge pro Hektare LN sind in der Bergregion leicht höher als in der Tal- und Hügelregion. Die Massnahmen im Sömmerungsgebiet werden bei einigen Projekten erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt.

Landschaftsqualitätsbeiträge nach Regionen 2016

 EinheitTalregionHügelregionBergregionSömmerungsgebietTotal
BetriebeAnzahl13 9659 86211 1984 22839 253
Beitrag pro ha¹Anzahl138144164147
Beitrag pro BetriebFr.3 8893 3293 9172 5403 611
Total Beiträge1000 Fr.54 31632 82643 86010 741141 743

¹ Nur Ganzjahresbetriebe
Quelle: BLW

Landschaftsqualitätsbeiträge nach Kantonen 2016

Weil in den Kantonen unterschiedlich viele Projekte umgesetzt wurden, variieren die Beiträge pro Kanton stark. Die höchsten Beitragssummen wurden in den Kantonen Bern (28 Mio. Fr.) und Waadt (16 Mio. Fr.) ausbezahlt. Im Sömmerungsgebiet wurde im Kanton Waadt der grösste Betrag ausbezahlt.

Zoom: ab17_politik_direktzahlung_grafik_lq_projekte_total_ausgerichtete_beitraege_je_projektperimeter_d.png


Die höchsten Gesamtbeträge wurden an die Projekte Emmental (BE) und Berner Mittelland (BE) ausbezahlt. Die niedrigsten Gesamtbeträge gingen an die Projekte Parco Nazionale del Locarnese (TI) und Valle Verzasca (TI). Die Beitragssumme pro Projekt hängt besonders ab von der landwirtschaftlichen Nutzfläche und der Anzahl Betriebe im Projektperimeter sowie der Beteiligung der Betriebe am Projekt. Die Angaben pro Projekt sind in folgender Tabelle aufgeführt:

Zoom: ab17_politik_direktzahlung_grafik_lq_projekte_beteiligung_der_ganzjahresbetriebe_im_projektperimeter_d.png

Bei dieser Auswertung (zur Beteiligung der Ganzjahresbetriebe) ist der Wohnsitz der Betriebe und nicht die Lage der bewirtschafteten Fläche massgebend. Das heisst, wenn im Projektperimeter A viele Flächen von Betrieben bewirtschaftet werden, die ihren Wohnsitz in Perimeter B oder C haben, wird die Beteiligung im Projekt A in der Auswertung unterschätzt.


Durchschnittlich nahmen 77 % der Ganzjahresbetriebe je Projektperimeter an einem LQ-Projekt teil. Die höchste Beteiligung erreichten die Projekte Nidwalden (NW), Hinterrhein (GR) und Entlebuch (LU) mit je über 92 %. Weitere Angaben zu der Beteiligung von Ganzjahres-und Sömmerungsbetrieben finden sich in folgenden Tabellen:

Zoom: ab17_politik_direktzahlung_grafik_lq_projekte_beitraege_ganzjahresbetriebe_im_projektperimeter_d.png

Bei diesen Angaben pro Betrieb ist nicht zwischen jährlichen und einmaligen Massnahmen (Investitionen) unterschieden: grosse einmalige Investitionen fallen in dieser Statistik damit stark ins Gewicht, werden aber nächstes Jahr entfallen.

Beiträge pro umgesetzter Massnahmenkategorie 2016

Rund 1/3 der Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) fliesst in den Erhalt und in die Pflege von Strukturen wie Bäume, Hecken und Trockensteinmauern und in die Förderung von vielfältigen Ackerbau- und Grünland-Landschaften. Mit 18 % der LQB werden traditionelle Kulturlandschaftselemente wie Waldweiden, Kastanienselven, Wildheuflächen oder Tristen unterstützt.

Beiträge pro Massnahmenkategorie 2016

Massnahmen-
kategorie
Beispiele von MassnahmenBeiträge Anteil
  Mio. Fr.%
StrukturenMarkante Einzelbäume, Hochstammfeldobstbäume,
Hecken, Trockensteinmauern, Böschungen
entlang von Gewässer u. Ä.


43,5


31
Vielfalt im AckerbauVielfältige Fruchtfolgen, farbig blühende Kulturen, Ackerbegleitflora u. Ä.
30,0

21
Vielfalt im GrünlandVerschiedene Wiesentypen, gestaffelter Futterbau, Blumenstreifen, Säume u. Ä.
20,9

15
Traditionelle Kultur-landschaftselementeWaldweiden, Kastanienselven, Wildheuflächen, Bergackerbau, Tristen u. Ä.
24,8

18
Gezielte Offenhaltung, Rückgewinnung von FlächenEntbuschungen, Offenhaltung durch Beweidung
mit geeigneten Tierrassen u. Ä.

7,6

5
AndereVielfalt im Rebbau, Zugänglichkeit der Landschaft u. Ä.8,86
Hofbereich,
kulturelle Werte
Geordnete Lagerung von Siloballen, Bauerngarten, vielfältige Tierhaltung, Ausmähen Wegkreuz u. Ä.
6,1

4

Quelle: BLW

Ausblick

Im Jahr 2017 werden die letzten 5 LQ-Projekte in die Umsetzung gehen. Die Ausgaben für LQB werden weiter steigen. Die finanziellen Mittel sind nach wie vor durch den sinkenden Übergangsbeitrag gesichert. Allerdings limitiert der Plafond die LQB pro Kanton. Schöpften alle Kantone diesen Plafond aus, würden für die LQB ca. 150 Millionen Franken Bundesgelder benötigt. Eine erste Bilanzierung des Programms wurde im Rahmen einer Evaluation vorgenommen. Ein Kurzbericht zu den Ergebnissen dieser Evaluation findet sich im Artikel Evaluationen im Bereich der Direktzahlungen.

Matthieu Raemy, BLW, Fachbereich Direktzahlungsprogramme, matthieu.raemy@blw.admin.ch