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Die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in der Datenbank obst.ch erhobene Gesamtfläche an Obstbaumkulturen (Obstanlagen gemäss Art. 22 Abs. 2 der landwirtschaftlichen Begriffsverordnung LBV) betrug 2016 6301 Hektaren.

Flächen 2016

Obstanlagen

Die Apfelfläche nahm letztes Jahr weiter um insgesamt 9 Hektaren bzw. 0,2 % ab und lag für die Ernte 2016 bei 3854 Hektaren. Abgenommen haben wie im Vorjahr vor allem die Flächen der Sorten Maigold (-22,5 ha bzw. -22,5 %), Golden Delicious (-21,6 ha bzw. -4,1 %), Idared (-8,7 ha bzw. -11,5 %) und Jonagold (-8,6 ha bzw. -4,3 %). Flächenmässig stark zugenommen hat gegenüber 2015 die Fläche von Gala (+54,3 ha bzw. +6,3 %). Zugenommen haben u.a. ebenfalls die Flächen von Boskoop (+7,8 ha bzw. +6,1 %) und Cox Orange (+5,3 % bzw. +3,4 ha). Die Gesamtfläche der Clubsorten hat gegenüber 2015 trotz der weiteren Abnahme der Sorte La Flamboyante (Mairac®) (-4,9 ha bzw. -7,7 %) um 12,7 ha zugenommen (+2,1 %) und lag 2016 bei 626 Hektaren. Die Birnenfläche nahm gegenüber dem Vorjahr um 1 % (+7,7 ha) zu und lag 2016 bei 759 Hektaren.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Fläche der Steinobstkulturen weiter angestiegen. Sie betrug 2016 gesamthaft 1651 Hektaren (+23,2 ha bzw. +1,4 % gegenüber 2015). Dabei hat die Kirschenfläche um 15,8 Hektaren (+ 2,7 %) auf neu 595 Hektaren zugenommen, diejenige der Aprikosen um 12,1 Hektaren (+ 1,7 %) auf neu 721 Hektaren. Zurück ging wie im Vorjahr die Fläche der Zwetschgen (-4,6 ha bzw. -1,4 %) auf gesamthaft 326 Hektaren. Die Fläche der Pfirsiche und Nektarinen betrug 2016 wie im Vorjahr rund 10 Hektaren.

Bei den weiteren erfassten Obstanlagen gab es gegenüber dem Vorjahr Zunahmen der Flächen bei Holunder, Quitten und Mini-Kiwi. Abgenommen haben die Flächen von Kiwi, Nüssen und Nashi.

Die Übersicht der Flächen nach Kulturen und der Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ist verfügbar unter:


Beerenobst


Nach einem Rückgang im Jahr 2015 lag die Beerenobstfläche 2016 gemäss den Erhebungen des Schweizer Obstverbandes (SOV) mit gesamthaft 819 Hektaren wieder auf dem Niveau von 2014 und 18 Hektaren über der Fläche von 2015. Nicht in der Gesamtbeerenobstfläche enthalten ist der Holunder, der flächenmässig zu den Obstanlagen gezählt wird. Den grössten Teil der Beerenobstfläche belegen mit 520 Hektaren die Erdbeeren, deren Fläche nach einem leichten Rückgang von 2014 auf 2015 neu um 18 Hektaren zugenommen hat. Demgegenüber ist die Himbeerfläche auch von 2015 auf 2016 wieder gesunken (-8,3 ha) und beträgt neu 150 Hektaren gegenüber 158 Hektaren im Vorjahr. Zugenommen haben die Flächen von Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, während die Fläche von Brombeeren leicht zurückging.

Eine Mehrjahresübersicht der Beerenobstflächen ist im Jahresbericht des Schweizer Obstverbandes 2016 enthalten.

Erntemengen 2016

Tafelobst

2016 wurden insgesamt 150 102 Tonnen Obst (inkl. Beerenobst) in Tafelqualität geerntet. Das sind 6,4 % weniger als im Jahr 2015 und 3,3 % weniger als der Durchschnitt der vier Vorjahre. Die Erntemengen je Obstart und über einen längeren Zeitraum sind in der folgenden Tabelle verfügbar:


Mostobst


Mit 80 097 Tonnen wurden 2016 14 890 Tonnen bzw. 22 % mehr Mostäpfel geerntet als im Vorjahr. Die Mostbirnenernte 2016 fiel mit 4395 gegenüber dem Vorjahr um 6610 Tonnen bzw. 60 % tiefer aus als 2015. Die Mostobsternte 2016 lag bei den Mostäpfeln um 12 % über und bei den Mostbirnen um 64 % unter dem Erntedurchschnitt 2012 – 2015.

Eine Übersicht über die in gewerblichen Mostereien verarbeiteten Mostobstmengen der letzten Jahre ist unter Statistiken Obst BLW verfügbar.

Aussenhandel 2016

Frischobst (ohne Mostobst)

Die Einfuhren von Frischobst, ohne Mostobst und ohne Trauben, welches in der Schweiz angebaut werden kann, beliefen sich 2016 auf knapp 56 400 Tonnen, rund 9400 Tonnen mehr als 2015 und 16 % mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Die Exporte lagen mit gut 1300 Tonnen Obst auf dem Vorjahresniveau und 28 % tiefer als im Durchschnitt der 4 Vorjahre.


Mostobst


2016 gab es keine Importe von Mostäpfeln und Mostbirnen im Rahmen des WTO-Zollkontingents «Obst zu Most- und Brennzwecken». Ausserhalb des Kontingents wurden wie im Vorjahr 6 Tonnen Äpfel zu Mostzwecken importiert. Birnen zu Mostzwecken wurden 2016 keine ausserhalb des Kontingents importiert.

Pro-Kopf-Konsum 2016

Basierend auf dem Marktvolumen ausgewählter Obstarten im Jahr 2016 (Inlandproduktion Obst in Tafelqualität plus Importe Frischobst minus Exporte Frischobst, jeweils ohne Mostobst und tropische Früchte) betrug der jährliche Pro-Kopf-Konsum von frischem Obst 24,07 kg gegenüber 24,43 kg im Jahr 2015 . Dieser berechnete Konsumwert 2016 lag 1,3 % unter dem Durchschnitt der vier Vorjahre.

Die Details zu den Produktionsmengen Schweiz, zu den Aussenhandelszahlen sowie zum «sichtbaren Pro-Kopf-Konsum» ausgewählter Obstarten sind in den folgenden Tabellen ersichtlich:

Produktion


Aussenhandel


Pro-Kopf-Konsum

Preise 2016  

Die Produzenten- und Konsumentenpreise 2016 und Vorjahre ausgewählter Obstarten befinden sich in den folgenden Tabellen:

Produzentenpreise ohne Bio


Konsumentenpreise ohne Bio


Konsumentenpreise Bio

Für die beobachteten Früchte kam es im Jahr 2016 sowohl beim Einstandspreis als auch beim Verkaufspreis im Schweizer Detailhandel zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Beide Preise liegen auf einem ähnlichen Niveau wie 2014. Die Bruttowertschöpfung der betrachteten Früchte ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen (+2,8 %) und liegt mit einem Wert von 2.34 Fr./kg etwas höher im Vergleich zu den vier Vorjahren. Der Einstandspreis, der sich aus dem inländischen Produzentenpreis und dem Importpreis berechnet, macht 2016 einen Anteil von 44 % am Verkaufspreis aus. Verglichen mit dem Vorjahr ist der Anteil damit um rund einen Prozentpunkt angestiegen.

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Marianne Glodé, BLW, Fachbereich Pflanzliche Produkte, marianne.glode@blw.admin.ch
Christian Kuhlgatz, BLW, Fachbereich Marktanalysen, christian.kuhlgatz@blw.admin.ch