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Um die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zu verbessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Von grosser Bedeutung für die Konkurrenzfähigkeit sind möglichst tiefe Kosten für die landwirtschaftliche Erzeugung, beispielsweise im Bereich der Produktionsmittel. Andererseits gilt es eine möglichst hohe Wertschöpfung am Markt zu erzielen: Eine überzeugende Qualität und die entsprechende Positionierung der landwirtschaftlichen Produkte sind dafür entscheidend. Es braucht Innovation, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Marktnischen zu besetzen. Innovation ist der Schlüsselfaktor für wirtschaftlichen Erfolg schlechthin. Damit sie entstehen kann, müssen die staatlichen Rahmenbedingungen stimmen. Einerseits müssen unternehmerische Freiräume geschaffen werden. Anderseits bietet die Agrarpolitik des Bundes (AP 14 – 17) mit Artikel 11 LwG und dem noch relativ jungen Instrument «Verordnung über die Förderung von Qualität und Nachhaltigkeit in der Land- und Ernährungswirtschaft (QuNaV)»

Digitalisierung der Landwirtschaft

Ein wichtiger Treiber der Innovation in der Landwirtschaft ist die Digitalisierung. Sie ermöglicht effizientere Produktionsabläufe, die schnellere Verarbeitung und Auswertung grosser Datensätze, die Bearbeitung neuer Absatzmärkte und ermöglicht elektronische Systeme zur Rückverfolgbarkeit. Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sichert die Produkt- und Prozessqualität und stärkt das Vertrauen der Konsumenten.

Mit der QuNaV wurde beispielsweise die Entwicklung des Online-Tools «Fair Trace» zur Rückverfolgbarkeit von Vacherin Mont d’Or von der Milchproduktion bis zum Verkaufspunkt unterstützt.

Ein Pilotprojekt mit elektronischen Ohrmarken zur Einzeltierrückverfolgbarkeit von Schweinen soll es zukünftig ermöglichen, Schlachtdaten besser auszuwerten, um die Fleischqualität zu verbessern. Die Einführung von elektronischen Begleitdokumenten für Viehtransporte ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung der Landwirtschaft.

Die Schweinebranche entwickelt derzeit ein Programm zur Stärkung der Tiergesundheit und Senkung des Antibiotikaeinsatzes. Dazu müssen umfangreiche Daten zur Tiergesundheit und zum Medikamenteneinsatz sowie Leistungsdaten erhoben werden. Benutzerfreundliche IT-Applikationen zur Erfassung der Daten direkt im Stall sind dazu unabdingbar.

Die Digitalisierung bietet aber auch Potenzial für den Absatz. So wurde mit der QuNaV auch der Aufbau eines Open Source Administrationstool für Vertragslandwirtschaftsprojekte finanziert, das den administrativen Aufwand für Landwirte, die ihre Produkte so direkt vermarkten, signifikant reduziert.

Ausgaben Qualitäts- und Absatzförderung

Zippora Segessenmann, BLW, Fachbereich Qualitäts- und Absatzförderung, zippora.segessenmann@blw.admin.ch