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Geflügelfleisch ist in der Bevölkerung beliebt und der Konsum und die Produktion steigen weiter an. Beim Rind- und Schweinefleisch sowie bei den Eiern ist der Pro-Kopf-Konsum leicht gesunken.

Im Jahr 2022 wurde insgesamt eine Fleischmenge von 497 798 Tonnen Schlachtgewicht produziert, was einer Zunahme um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Rund 232 000 Tonnen Schlachtgewicht entfielen auf Schweinefleisch, knapp 118 000 auf Rindfleisch sowie knapp 115 000 Tonnen auf Geflügelfleisch.

Der Produktionswert von Fleisch lag gemäss Bundesamt für Statistik BFS (2022) bei gut 2,8 Milliarden Franken und machte somit etwas mehr als einen Viertel des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes aus.

Am beliebtesten war 2022 bei den Schweizerinnen und Schweizern trotz langjährigem Konsumrückgang nach wie vor das Schweinefleisch mit einem Anteil von knapp 41 Prozent am gesamten Fleischkonsum.

Der jährliche Pro-Kopf-Fleischkonsum der Schweizer Bevölkerung sank 2022 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 50,76 kg. Die gesamte konsumierte Fleischmenge betrug 452 241 Tonnen Verkaufsgewicht (ohne Fisch und Krustentiere), was einer Abnahme von 0,9 Prozent entspricht.
 

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Aussenhandel

Die Fleischexporte für menschliche Ernährung umgerechnet in Frischfleischäquivalente nahmen 2022 gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent auf total 13 211 Tonnen Verkaufsgewicht zu. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf die vermehrten Exporte von Schweinefleisch zurückzuführen. Infolge des Schweinezyklus litt der inländische Schweinemarkt im Jahr 2022 an einem Überangebot, welchem mit vermehrten Exporten begegnet wurde.

Die Einfuhr von Fleisch für die menschliche Ernährung sank 2022 um 4,1 Prozent und belief sich auf 94 358 Tonnen Verkaufsgewicht (ohne Fische, Weich- und Krustentiere). Die Abnahme beruht hauptsächlich auf einem reduzierten Import von Rind- und Schweinefleisch.

Wie im Vorjahr konnte der Bedarf an beliebten Fleischstücken (z. B. Rind-, Lamm- und Pferdenierstück, Truten- und
Pouletbrust) nicht vollständig durch die Inlandproduktion gedeckt werden. Es wurden unter anderem 48 162 Tonnen
Geflügelfleisch, 23 065 Tonnen Fleisch vom Rind und 11 690 Tonnen Schweinefleisch importiert.

Fleischkonsum

Im Jahr 2022 sank der Pro-Kopf-Konsum von verkaufsfertigem, in der Schweiz verkauftem Fleisch im Vergleich zu 2021 von 51,84 kg auf 50,76 kg (ohne Fisch und Krustentiere, aber mit Kaninchen und Wild). In dieser Schätzung nicht berücksichtigt ist insbesondere der Einkaufstourismus.

Der gesamte Fleischkonsum der Bevölkerung in der Schweiz im Jahr 2022 sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent und belief sich auf 452 241 Tonnen verkaufsfertiges Fleisch.

Der Konsum der Fleischarten entwickelte sich gegenüber 2021 unterschiedlich. So sank der Pro-Kopf-Verbrauch beim Schweinefleisch auf 20,70 kg und beim Rindfleisch auf 10,98 kg. Beim Geflügelfleisch stieg er leicht auf 14,99 kg. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Ziegenfleisch nahm im Vergleich zum 2021 um 15,3 Prozent auf 0,07 kg zu. Die restlichen Fleischarten verzeichneten jeweils geringe Abnahmen oder blieben auf dem gleichen Niveau.

Das Geflügelfleisch bleibt somit nach wie vor auf der Beliebtheitsskala der Konsumentinnen und Konsumenten nach Schweinefleisch auf dem zweiten Platz - Rindfleisch liegt auf Platz drei. 
 

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Fleischkonsum international

Total beträgt der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in den 38 beteiligten Ländern der OECD (Vergleich für das Jahr 2021) im Durchschnitt für Geflügelfleisch 33 kg, für Schweinefleisch 22,9 kg, für Rind- und Kalbfleisch 14,4 kg und für Schaffleisch 1,3 kg. Total ergibt dies für Geflügel-, Schweine-, Rind-, Kalb- und Schaffleisch zusammen 71,6 kg Pro-Kopf-Konsum.

Die Schweiz konsumiert von diesen Fleischarten im Jahr 2021 knapp 51 kg. Den grössten Pro-Kopf-Konsum findet man beim Geflügelfleisch mit 68,7 kg in Israel, beim Rindfleisch mit 36 kg in Argentinien, beim Schweinefleisch mit 32,7 kg in Vietnam und beim Schaffleisch mit 8,7 kg in Kasachstan. Die Schweiz ist ausser beim Geflügel jeweils knapp unter dem Fleischkonsum des Durchschnitts der OECD-Länder, beim Geflügel ist sie klar tiefer.

Eierkonsum

Der Pro-Kopf-Konsum von Eiern in der Schweiz lag im 2022 bei rund 185,6 Eiern, davon 127,4 aus Schweizer Produktion. Das sind 9,5 Eier weniger als 2021 und damit nur noch leicht mehr als vor der Covid-19-Pandemie (2019: 183,7 Eier). Damit ist der «Corona-Eierboom» – während der Pandemie wurde vermehrt zu Hause mit Eiern gekocht und gebacken – vorbei. Insgesamt wurden im Berichtsjahr schweizweit knapp 1,135 Milliarden Eier produziert. Dies sind rund 0,9 % weniger als 2021. Der Anteil der Inlandproduktion stieg auf einen neuen Höchststand: Beim Gesamteierverbrauch lag der Inlandanteil bei 68,6 % und beim Schaleneierverbrauch bei 79,2 %. Der Produktionswert lag bei 337,2 Millionen Franken.

Eierkonsum international

Im internationalen Vergleich (Daten für das Jahr 2021 ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern pro Jahr in der Schweiz eher klein. In Singapur ist dieser mit 390 Eiern doppelt so hoch, in den USA (280 Eier) um 85 Eier pro Person oder 44% höher und im umliegenden Ausland – etwa in Deutschland oder Österreich – werden ebenfalls deutlich mehr Eier pro Person verbraucht als in der Schweiz. In Deutschland 238 Eier (+22%) und in Österreich 233 Eier (+19%) gegenüber 195 Eiern in der Schweiz. Tendenziell steigt der Verbrauch dabei in allen beobachteten Vergleichsländern an, auch wenn in Österreich und den USA von 2019 zu 2021 ein leichter Rückgang im Pro-Kopf-Verbrauch verzeichnet wurde.

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