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Nach den vergleichsweise tiefen Tafelobsternten 2021 folgten trotz des Hitzesommers 2022 bei vielen Obstarten höhere Erntemengen. Dies führte zu einer Abnahme der Importe von Tafelobst. Gegenüber dem Vorjahr wurden 2022 deutlich mehr Mostäpfel geerntet, während das Angebot an Mostbirnen auf dem tiefen Vorjahresniveau blieb.

Erntemengen

Tafelobstmengen unter 4-Jahres-Durchschnitt

Im Jahr 2022 wurden insgesamt 141 601 Tonnen Obst (inkl. Beerenobst) in Tafelqualität geerntet. Dies waren 4,5 Prozent mehr als 2021 (135 549 t) und 9 Prozent weniger als im Durchschnitt der vier Vorjahre (155 562 t).


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Erneut tiefe Mostbirnenernte

2022 haben die gewerblichen Mostereien mit 61 150 Tonnen 40 Prozent mehr Mostäpfel verarbeitet als im Vorjahr (43 461 t). Dies entsprach einem Viertel weniger als im Durchschnitt der vier Vorjahre (81 330 t). Bei den Mostbirnen war die Verarbeitungsmenge 2022 mit 3767 Tonnen etwa gleich tief wie im Vorjahr (3732 t). Damit lag die Menge der verarbeiteten Mostbirnen 2022 erneut fast 65 % unter dem Durchschnitt der vier Vorjahre (10 400 t).


Eine Übersicht über die in gewerblichen Mostereien verarbeiteten Mostobstmengen sowie die Indexzahlen zu den Ausstossmengen von Kernobstsaft und -wein der letzten Jahre ist auf der Website des BLW unter Statistiken Obst abrufbar.

Flächen

Obstanlagen

Die Gesamtfläche an Obstanlagen betrug im Jahr 2022 6149 Hektaren. Das BLW erhebt diese Flächen auf der Basis der Statistikerhebungsverordnung (Anhang 155) und erstellt darauf basierend jährlich die Flächenstatistik der Obstanlagen der Schweiz. In dieser Statistik sind die Details zur Flächenentwicklung nach Arten und für einzelne Kulturen nach Sorten ersichtlich.
 

Leichte Zunahme der Beerenobstfläche

Die Erhebungen des Schweizer Obstverbandes zeigen, dass die Beerenobstfläche 2022 mit 914 Hektaren gegenüber dem Jahr 2021 um 24 Hektaren (+2,7 %) zugenommen hat. Nicht in dieser Fläche enthalten sind der Holunder, der flächenmässig zu den Obstanlagen gezählt wird, sowie Beeren, deren Fläche nicht im Jahresbericht des Schweizer Obstverbandes ausgewiesen ist (z.B. Aronia). Eine Mehrjahresübersicht der einzelnen Beerenobstflächen ist im Agrarbericht in der Hauptrubrik Produktion, Unterrubrik Pflanzliche Produktion, Spezialkulturen Obst, Reben und Gemüse verfügbar:

Handel

Weniger Frischobst importiert als im Vorjahr

Von den wichtigsten Frischobsttypen, die in der Schweiz angebaut werden (Äpfel, Birnen, Aprikosen, Kirschen, Zwetschgen/Pflaumen, Erdbeeren; ohne Mostobst und Trauben) wurden 2022 rund 48 600 Tonnen importiert. Dies waren 4900 Tonnen weniger als 2021 und gut 10 Prozent weniger als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Ausser bei Birnen (Zunahme von 10 %) war bei allen betrachteten Obstarten ein Rückgang der Importe gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Die stärkste Abnahme der Importe betraf Aprikosen (- ca. 40%) gefolgt von Kirschen (- ca. 20%). Dieser starke Rückgang erklärt sich dadurch, dass 2021 aufgrund der tiefen Ernten viel importiert wurde. Infolge der höheren Inlandernte 2022 waren im Berichtsjahr weniger Ergänzungsimporte notwendig.

Exportiert wurden 2022 knapp 1200 Tonnen Obst, etwa 40 Prozent mehr als 2021 (820 t). Diese Zunahme basiert hauptsächlich auf den um 400 Tonnen höheren Apfelexporten. Gegenüber dem Durchschnitt der vier Vorjahre (ca. 1420 t) lagen die Exporte 2022 um fast 20 Prozent tiefer.


Zollkontingent für frisches Mostobst ungenutzt

2022 wurden weder Äpfel noch Birnen innerhalb des WTO-Zollkontingents «Obst zu Most- und Brennzwecken» (172 Tonnen) importiert. Ausserhalb des Kontingents wurden rund 6 Tonnen Mostäpfel und 1 Tonne Mostbirnen eingeführt. Exportiert wurden knapp 100 Tonnen Mostäpfel und keine Mostbirnen.
 

Pro-Kopf-Konsum

Der Pro-Kopf-Konsum mengenmässig wichtiger Obsttypen, die zu einem wesentlichen Anteil in der Schweiz produziert werden (z.B. Äpfel, Birnen, Aprikosen und Kirschen), lag 2022 mit 21 kg leicht unter dem Durchschnitt der vier Vorjahre (23 kg). Dieser Pro-Kopf-Konsum wird berechnet anhand des Marktvolumens ausgewählter Obstarten und der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz. Das Marktvolumen entspricht der Inlandproduktion Obst in Tafelqualität plus Importe, minus Exporte Frischobst. Mostobst und tropische Früchte sind darin nicht enthalten.


Preise

Der Schweizer Obstverband und der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels SWISSCOFEL legen in gemeinsamen Gremien Produzenten- und Handelsrichtpreise für die verschiedenen Obsttypen fest. Die Analyse der Preise auf verschiedenen Handelsstufen ist in einem eigenen Artikel zusammengefasst.
 

Produzentenpreise ohne Bio


Konsumentenpreise ohne Bio


Konsumentenpreise Bio

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